Donnerstag, 22. März 2012

Stillos im Odenwald - Bürgermeisterkandidaten suchen die Entfernung voneinander und vom Bürger

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Erbach/Odenwaldkreis (pdh) - Drei Kandidaten standen in Konkurrenz zueinander bei der Wahl zum Bürgermeister der Kreisstadt Erbach. Klinken haben sie geputzt und sogar eine Podiumsdiskussion gemeinsam absolviert.

Am Wahlabend wollten sie dann nichts mehr voneinander wissen, und vom Wahlbürger schon gar nichts. Da suchte sich jeder Kandidat sein eigenes Biotop, zog sich in seinen Mikrokosmos zurück, weit weg vom Konkurrenten und außer Sichtweite des Stimmbürgers. Dessen Wahlzettelkreuz wollten sie zwar unbedingt haben, im Kampf um die Kandidatenkür wurden zum Teil auch grenzwertige Aktionen gestartet, politisch und vor allem moralisch äußerst fragwürdig. Am Wahlabend zeigt man dann sein wahres Gesicht. Beziehungsweise zeigte es lieber nicht.

[...] Bereits bei der Wahl zum Bürgermeister in Höchst besaß der spätere Gewinner nicht den Anstand, beim ersten Wahlgang sein Sofa zuhause zu verlassen und sich seinen Wählern zu zeigen. Nach der Auszählung im zweiten Wahlgang fiel dann der unterlegene Kandidat durch unbotmäßiges Verhalten auf. Zwanzig Minuten nach Feststellung des Wahlergebnisses stürmte er in den Vorraum des Rathauses, nahm sich fünf Sekunden, dem Sieger zu gratulieren und rauschte beleidigt von dannen.
Im Erbacher Rathaus, immerhin das politische Ziel der vielen Aktionen der drei Kandidaten, in dem auch die Ergebnisse der Wahlbezirke zusammenliefen, ließ sich während der Stimmenauszählung am vergangenen Sonntag keiner der Kandidaten sehen. Sie saßen mit Parteifreunden in drei verschiedenen Kneipen zusammen, Wagenburgen ähnlich, vereint allein in extrem undemokratischem Verhalten. Der Bürger, den man sechs Jahre lang vertreten will, wollte man nicht sehen.

Diese im Fokus des Interesses stehenden Parteipolitiker, die in dieser Weise handeln, während sie Vorbildfunktion ausüben sollten, müssen sich nicht wundern, wenn sich der Bürger vermehrt in Politik- und vor allem Politikerver-drossenheit flüchtet. Sie verlieren jedes Recht, diese später zu beklagen. Die geringe Wahlbeteilung von unter 50 Prozent sollte Warnung genug sein.  >>> Alles lesen: http://nyc.de/wiv5mF

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